| Für die Astronomie begann ich mich erst Anfang der 90er
so richtig zu interessieren. Am Anfang blieb es freilich beim
Lesen von Fachzeitschriften und diversen Büchern, doch bei
nächtlichen Spaziergängen machte ich mich langsam
vertraut mit dem bis dato relativ unbekannten Firmament. Die
ersten gezielten Beobachtungen mit meinem alten 10x50 Feldstecher
nährten den Wunsch nach einem Teleskop. Einen ersten Blick durch so ein Ding durfte ich dann mit dem 50 mm Versandhaus-Teleskop meiner Schwester, das sie mir später schenkte, "erleben". Der Mond, wohl für jeden Anfänger das erste Objekt der Begierde, erfüllte die Erwartungen ja gerade noch, aber beim Versuch einen Sternhaufen einzufangen, scheiterte die wackelige Montierung kläglichst. Die Suche nach einem "Profi"- Gerät konnte beginnen! Schon lange verfolgte ich die diversen Inserate in "Sterne und Weltraum" und ich machte mir die Entscheidung für das "richtige" System (Linse oder Spiegel) wirklich nicht leicht. Die Wahl fiel schließlich auf ein universell einsetzbares 8 Zoll Schmidt-Cassegrain-Teleskop von Celestron. Im Juni 1996 startete ich die erste Beobachtung vom Garten aus. Das störende Licht einer Straßenlaterne konnte meinen ersten Enthusiasmus nicht bremsen. Da sich Jupiter damals gerade in Oppositionsnähe befand, war er das erste kosmische Objekt im Okular, denn schon am Nachmittag wurde das Sucherfernrohr auf das Gipfelkreuz des ca.11 km entfernten Himmeleck (kein Himmelsobjekt, sondern ein Berg in den Triebener Tauern) mit Erfolg einjustiert. Obwohl Jupiter nicht besonders hoch stand, und die Luftunruhe der lauen Juninacht sehr störend war, war ich von meiner ersten Planetenbeobachtung durch ein echtes Teleskop schwer beeindruckt. Zum ersten Mal sah ich die vier Galileischen Monde und die Bandformationen des größten Planeten unseres Sonnensystems. Ein erstes Highlight des neuen Hobbys waren sicher die Kometen Hyakutake und Hale-Bopp. Während ich den ersteren noch mit dem Feldstecher beobachten musste, konnte ich Hale-Bopp bereits durchs Teleskop bewundern. Wobei natürlich anzumerken ist, dass die ganze Schönheit eines so großen Kometen ohnehin mit freiem Auge oder mit dem Fernglas am besten zur Geltung kommt. Immer öfter stellte sich aber heraus, dass die Montierung des C8 doch zu wenig stabil war. Zudem fehlte ein Deklinationsmotor. Besonders bei Langzeitbelichtungen, musste ich immer wieder manuell korrigieren, wobei die Feinjustierung mit dem kleinen Handrad fast nicht möglich war. Da mir die Gabelmontierung und die Mobilität des SC-Systems an sich aber gefiel, tauschte ich das Celestron gegen entsprechende Aufzahlung kurzerhand für ein Meade LX50 ein. |

| Die wesentlich stabilere Montierung mit justierbarer
Polhöhenwiege und solidem Feldstativ erleichterte den Aufbau
und das Einnorden erheblich. Auch das Fotografieren wurde durch
den Deklinationsmotor deutlich erleichtert. Das wohl nicht nur für mich bislang größte astronomische Ereignis war die totale Sonnenfinsternis im August 1999. Da mein Heimatort sehr nahe an der Zentrallinie liegt, brauchte ich nicht weg zu fahren. Im Garten meiner Schwester wurde das Teleskop schon am frühen Vormittag aufgebaut und mit den für die Sonnenbeobachtung nötigen Filtern versehen. Obwohl der Himmel die ganze Zeit leicht bedeckt war, riss es kurz vor der Totalität ein bisschen auf und wir konnten das Ganze doch noch so richtig genießen. |

| Da nicht jede sternenklare Nacht auch wirklich zum Beobachten taugt und ich das Teleskop öfters umsonst aufbaute und einjustierte, entschloss ich mich nach der Sofi zum Bau eines eigenen Beobachtungsraumes im Dachboden. Ein auf zwei Seiten verschiebbares Dachfenster (Braas, Typ Atelier), ein Holzverschlag mit Schreibtisch und Kasten fürs Zubehör, ein vom darunter liegenden Büro durchgebohrtes Loch für die Stromversorgung und fertig war die "Dachsternwarte". "First Light" gab es dann am 10. September 1999. |

| Ab diesem Zeitpunkt fielen das lästige Einpacken ins Auto, zum Beobachtungsplatz fahren und das Aufbauen der Ausrüstung weg. Nach entsprechender Auskühlzeit konnte ich nur durch einen kurzen Blick ins Okular sofort sehen, ob Luftunruhe und Durchsicht in Ordnung waren. Weitere wesentliche Vorteile sind die präzise Einnordung und der stationäre Stromanschluss. Das hin und wieder erwähnte schlechte Seeing durch aufgeheizte Dachziegel konnte ich bislang nicht feststellen. Leichte Probleme gibt es lediglich an wirklich heißen Sommertagen, denn da ist der Temperaturunterschied zwischen Innenraum (Fensterbereich) und Umgebung anfangs doch recht groß. Dann muss ich das Fenster meist schon 2-3 Stunden vor Beobachtungsbeginn öffnen um eine ordentliche Angleichung zu erreichen. Keine Probleme mit der Temperatur gibt es im Frühjahr und im Herbst und vor allem im Winter, denn da ist es auch im Dachboden ordentlich kalt und am Dach liegt fast immer eine dicke Schneedecke. (Da wird das Öffnen und Freischaufeln des Fensters manchmal zur Schwerstarbeit) Das einzig wirklich Störende an der Dachsternwarte ist der doch recht eingeschränkte Blick nach Norden. |

| Im Herbst 2003 begann ich dann die ersten Experimente mit meiner Digitalkamera, einer Nikon Coolpix 4500. Die ersten Fotos, natürlich vom Mond, mit Adapter durchs 15mm-Okular waren durchaus vielversprechend. |


| Im Frühjahr 2004 keimte der Wunsch nach einer stabilen,
nach oben hin ausbaufähigen Montierung auf. Aus
Kostengründen habe ich mich für die EQ-6 von Synta
entschieden, allerdings mit der MTS-3SDI Steuerung von
Boxdörfer. Nach dem dringend notwendigen Einstellen der
Schneckenspiele in beiden Achsen, lief die Montierung dann ganz
gut. Montiert wurde das Ganze auf einer selbst gefertigten
Säule. Leider habe ich den Aktionsradius der äquatorialen Montierung in Bezug auf das Dachfenster etwas unterschätzt, sodass ich sie im Februar 2005 wieder verkaufen musste. Sehr empfehlen kann ich aber trotzdem die SDI-Steuerung, die die Qualitätsmängel der EQ-6 zum Teil kompensiert. Mit besseren Motoren ist damit auch echtes GoTo möglich. Diese Ausbaustufe wollte ich vorm Kauf der Montierung eigentlich langsam erreichen. |

| Also wieder zurück an den Start. Eine Montierung von
geeigneter Größe, fototauglich und natürlich mit
GoTo, mußte her. Da meine Vorliebe ohnehin der Beobachtung
von Mond, Planeten und helleren Deep Sky Objekten gilt, wurde
auch die Anschaffung eines wirklich guten 4" Refraktors
überlegt. Mit so einem Teleskop wäre ich auch für
zukünftige fotografische Aufgaben bestens gerüstet.
Daher verkaufte ich auch das LX50 und ging wieder einmal auf
Teleskopsuche. Das Gerät wird zwar primär auf der
Säule betrieben, doch sollte es, für vom Dachfenster
aus nicht einsehbare Kometen oder gelegentliche Fotoausflüge
in die Berge, auch leicht transportabel sein. In Frage kam daher eigentlich nur einer der kurzbauenden APO´s von TMB oder Takahashi. Ich entschied mich, in erster Linie aufgrund der mir etwas hochwertiger erscheinenden mechanischen Verarbeitung, schließlich für den Tak FS 102 NS. Als Montierung nahm ich die bewährte Vixen GPDX mit Skysensor-Steuerung. |
Der Takahashi FS 102 NS in der Dachsternwarte

| First Light gab es dann am 13.3.2005, drei Tage nach Erwerb
des Gerätes. Aber das Warten sollte sich wirklich lohnen.
Das erste Beobachtungsobjekt war natürlich wieder einmal der
Mond. Schon der erste Blick, durch das bei 820mm Brennweite eher
bescheiden vergrößernde 42mm Okular, war
überwältigend. Der Kontrast und die Schärfe waren
echt großartig. Schnell wechselte ich auf ein 15mm LV und
zum ersten Mal konnte ich feinste Erhebungen im Mare Crisium
entdecken, die mir bei dieser Vergrößerung im SC nie
aufgefallen waren. Dann ging es weiter mit einem Neuner und zu
guter Letzt nahm ich das beim 8" SC ohnehin fast nie zu
gebrauchende 5mm LV. Die 164-fache Vergrößerung nahm der Tak locker und ich mußte feststellen, dass da wesentlich mehr möglich wäre, mir aber leider die Okulare fehlten. Man hatte mir also nicht zu viel versprochen, und spätestens jetzt war ich mir völlig sicher die richtige, wenn auch etwas teure Wahl getroffen zu haben. Nachdem ich einige Okulare probiert hatte, wurde meine
Sammlung mittlerweile um zwei weitere Teile erweitert. Ein LVW
22mm und ein LVW 3,5mm füllen nun die durch die
Brennweitenänderung entstandenen Lücken. Das 22mm ist
in der Zwischenzeit zu meinem absoluten Lieblingsokular, vor
allem zur DS-Beobachtung, avanciert. Das 3,5mm hingegen ist, bei
gutem Seeing, am Mond einfach phantastisch. Selbst bei der hohen
Vergrößerung hat man noch ein herrlich großes
Gesichtsfeld und man glaubt direkt über den Kratern zu
schweben. Besonders der Augenabstand von 20mm war für mich
als Brillenträger, gegenüber den in dieser Preisklasse
ähnlichen Okularen, der entscheidende Vorteil. Was jetzt
noch fehlt sind zwei wirklich gute Planetenokulare.
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Jupiter am 1.5.2005 mit der Webcam u. die Aufnahmevorbereitung in der Dachsternwarte

| Nach einigen Beobachtungsmonaten verschwamm die Erinnerung an
die, aufgrund der wesentlichen höheren Seeing-Anfälligkeit, wabbernden Mond- u. Planetenbilder mit
den SC´s immer mehr. Freilich gibt es auch einige wenige
Nächte im Jahr, wo auch ein gut kollimiertes C8 am Mond gute Bilder
liefert, aber die sind leider wirklich sehr selten und werden durch die doch
recht lange Tubus-Auskühlzeit wieder relativiert. Bei normalen astronomischen
"Alltagsbedingungen" schlägt der "kleine" 4 Zöller das C8 jedenfalls gnadenlos.
Einzig im DS-Bereich merkt man, vor allem bei den weniger hellen Objekten, halt
doch die kleinere Öffnung. Hier meine ersten "Gehversuche" mit der zuerst eigentlich nur als Autoguider gedachten, gebrauchten Starlight Xpress MX716 CCD Kamera. Aber schon beim Kauf überzeugte mich der Vorbesitzer von den Vorzügen einer "echten" CCD-Kamera gegenüber einer digitalen Spiegelreflexkamera, die ich mir später eigentlich kaufen wollte. |
Meine allererste CCD-Aufnahme, ein 1,5 km entfernter Sendemast und ein erster
Versuch
am Orionnebel:

| Aus Zeitmangel und auch aufgrund des schlechten Wetters konnte ich erst im August 2006 mit weiteren Versuchen beginnen. Hier die bescheidenen Ergebnisse, die noch ein hartes Stück Arbeit erahnen lassen. |

| In der Zwischenzeit hat sich zwar mein Equipment wieder vergrößert, nicht aber die für das Hobby zur Verfügung stehende Zeit. Zudem nutze ich die leider wirklich wenigen, optimalen Nächte dann meist lieber für die visuelle Beobachtung, anstatt sie mit langwierigen Fotoversuchen zu vergeuden. Der gebraucht erworbene Mewlon 210 von Takahashi ist aus meiner Sicht, sowohl optisch als auch mechanisch, deutlich über die 8" SC´s von Celestron oder Meade zu stellen. Durch den offenen Tubus kühlt er wesentlich schneller aus und ist zudem sicher eines der formschönsten Spiegelteleskope die es gibt. Aufgewertet habe ich ihn noch mit einem feinen Fokussierer von Starlight-Instruments. Dadurch wird das ohnehin sehr geringe Shifting gänzlich verhindert und ich habe am Mond und bei der Planetenbeobachtung, sofern es das Seeing zulässt, ein knackscharfes Bild. Für die Kollimation des Mewlon sollte man sich aber auf jeden Fall etwas Zeit nehmen. Dafür wird man dann mit einer auf der Achse nahezu perfekten Abbildung belohnt, die mit herkömmlichen Massen-Schmidt-Cassegrains nur schwer zu erreichen sein dürfte. Auch ist die Justage, entgegen der Meinungen in diversen Astroforen, zumindest bei meinem Gerät sehr stabil. |