Aquarium

Da ich unmittelbar an einem Gebirgsbach aufgewachsen bin, hat mich alles was es im und am Wasser herum gab, schon seit frühester Kindheit interessiert. Meine besondere Aufmerksamkeit galt dabei aber immer den Fischen. Die ersten Kontakte mit den Bachforellen waren aber alles andere als aquaristischer Natur. Sie endeten, nach dem ich sie per Hand oder später mit Haken und Schnur gefangen hatte, im Kochtopf.
Erste Hälterungsversuche machte ich dann mit Mühlkoppen (Groppen) im Gurkenglas. Nach diversen Versuchen mit anderen Bachbewohnern und Lurchen beendete ich meine "Aquarienkarriere" fürs erste und wendete mich wieder der Fischerei zu, die ich auch heute noch gelegentlich betreibe. Aber im Hinterkopf blieb immer der Wunsch nach einem richtigen Wohnzimmeraquarium mit tropischen Süßwasserfischen.
Im Jahr 1990, beim Umzug in unsere heutige Wohnung, war es dann endlich soweit und mein erstes, echtes Aquarium wurde angeschafft. Für den Anfang nicht zu groß (112 l), ich wollte ja erst mal lernen. Nach den üblichen Anfängerfehlern, wie zu frühes Fische einsetzen oder Überbevölkerung im Becken, wurde es aber allmählich immer besser und schon bald kam der Wunsch nach "mehr". Was zuerst in der Form eines 54 Liter Zuchtbeckens im Bürozimmer umgesetzt wurde. Gezüchtet wurden verschiedene Pelviacromis-Arten, Cichlasoma sajica und Ancistruswelse. Am Höhepunkt dieser "Epoche" erstand ich noch ein 25 Liter Becken und diverse Zucht- u. Lagergefäße für Artemia, Tubifex und Enchyträen.
Junge Ancistruswelse im veralgten Zuchtbecken     Cichlasoma sajica

Junge Ancistruswelse im veralgten Zuchtbecken     Cichlasoma sajica  

Da der Büroraum mittlerweile schon eher einer kleinen Zoohandlung glich, entschloss ich mich zur Aufgabe der Züchterei und zur Anschaffung eines größeren, pflegeleichteren Beckens. Es wurde schließlich ein 325 Liter Behälter mit einer 3x40W Abdeckleuchte, Eheim-Aussenfilter, Bodenfluter u. CO2-Anlage von Dennerle. Das Aquarium wurde einem Gesellschaftsbecken entsprechend eingerichtet und 4 Wochen ohne Fische eingefahren - man lernt ja dazu. Das ganze war im Sommer 92. Aus dieser Zeit leben noch heute einige Bewohner, allen voran die Corydoras trilineatus, die auch den Nitritpeak vom ersten Becken überlebten. Das sind mittlerweile immerhin fast 20 Jahre. Auch ein paar Ancistren, 2 "L2"-Welse und ein inzwischen recht großer Harnischwels, die damals als erste ins 325er Becken gesetzt wurden, erfreuen sich bester Gesundheit. Überhaupt bin ich von Fischkrankheiten, mit Ausnahme einzelner Ichtyo-Fälle ausgelöst von neuen Fischen, bis dato verschont geblieben, nicht ich, die Fische natürlich. :-)
Eines der ersten Fotos vom 325er

Eines der ersten Fotos vom 325er

Im Jahr 2002 keimte im Zuge einer Umgestaltung des Wohnzimmers der Gedanke nach einem größeren Behälter auf. Dieser sollte oben offen, für mich überhaupt die schönste Form eines Aquariums, gut beleuchtet, damit auch schwierigere Pflanzen gedeihen und natürlich reich bepflanzt sein. Das mit der Beckengröße wurde von meiner Frau rasch relativiert und so kam schließlich ein 160x50x60=480Liter Becken ins Haus. Beleuchtet wird mit 3x125W HQL, was für das gewünschte Pflanzenwachstum, vollkommen ausreichend ist.

Das 480er                                                                 
Das 480er   Von oben

 

Der momentane Besatz ist zwar recht bunt gemischt, aber die Bande kommt ganz gut miteinander aus. Besonders erwähnen möchte ich die mittlerweile ausgewachsenen Leopardbuschfische, sowie die Altum-Skalare. Wegen der Buschfische kann ich auch keine kleineren Schwarmfische mehr halten, so schaut der mittlere Beckenbereich bis auf die Futterzeit meist recht leer aus. Neben den bereits erwähnten Welsen habe ich als Bodenbewohner noch Prachtschmerlen, einen "L15" Wels und einen Störwels. Gefüttert wird neben den Tabletten für Welse und Schmerlen hauptsächlich mit Frostfutter und im Sommer auch mit Lebendfutter. Besonders die Buschfische tun sich in den Sommermonaten immer wieder als eifrige "Anfluginsekten"-Vertilger hervor. Da wird auch schon mal eine dicke Wespe, die sich ins Wohnzimmer gewagt hat, angesaugt und verschluckt.
 Altum Skalare                                       Leopardbuschfisch                                              
Altum Skalare    Leopardbuschfisch 
 Der große Wabenschilderwels
 Wabenschilderwels

Da ich auf erstklassiges "Rohwasser" zurückgreifen kann, verwende ich keinerlei Wasseraufbereitungsmittel. Nicht verzichten kann ich natürlich auf eine ausgewogene Pflanzendüngung. Als Volldünger nehme ich schon seit einigen Jahren V30 von Dennerle, zusätzlich zur Eisendüngung eine Mischung aus Compo-Fetrilon 13% und destilliertem Wasser. Fetrilion ist ein hochkonzentrierter Eisenintensivdünger der eigentlich für die Rosendüngung verwendet wird.
Auf 1l Wasser kommen dabei 40g Fetrilon. Zuerst probierte ich es mit 20g/l, was sich aber bei meinem zweiwöchigen Wechselintervall zwischen V30 und Fetrilon als zu gering herausstellte. Eine Packung Fetrilon enthält 100g (5 Säckchen zu 20g) und kostet ca. 12 Euro. Destilliertes Wasser bekommt man je nach Einkaufsmenge ab 30 Cent je Liter.
Bei der für mein Becken optimalen Zugabe von 40ml je Düngung, reicht eine Packung Fetrilon daher ca. 2 Jahre. Im Vergleich mit anderen Eisendüngern mehr als nur günstig und zudem auch sehr wirksam.

Meine regelmäßig gemessenen Wasserwerte :

GH KH PH NO2 NO3 Fe
6°dGH 4°dKH 6.8 n.n. 1mg/l 0,3mg/l

Die "technischen" Daten:

Becken 160x50x60 = 480L
Beleuchtung 3x125W HQL
Beleuchtungsdauer 11h (4,5-2,5-6,5)
Filter Eheim 2329 Thermo-Intervall
Filtermasse Siporax
Bodenfluter Dennerle 50W ständig in Betrieb
CO2-Anlage Dennerle Cyclo 5000 mit Beleuchtung geschaltet
Düngung bei WW abwechselnd Dennerle V30 oder Fetrilon
Wasserwechsel 120 Liter wöchentlich